Mittwoch, 21. Oktober 2015

Becci goes Australia #2



Nun sitze ich hier in meinem Apartment, mein Kopf ist voller Gedanken, voller Eindrücke und auch voller Erkenntnisse. Ich mag zwar erst wenige Tage hier sein und trotzdem habe ich das Gefühl schon so viel erlebt zu haben, Positives als auch Negatives. Es ist Zeit für ein kleines Update. Wöchentlich oder immer wenn mir danach ist, werde ich euch meine Erlebnisse berichten und lasse selber revue passieren...


Dienstag, 13. Oktober 2015- Ankunft in Sydney

Total übermüdet und erschöpft steige ich aus dem Flieger. Es ist 07 Uhr morgens, ich bin Deutschland um 9 Stunden voraus. Der zweite Flug war zwar wesentlich angenehmer als der Erste, aber trotzdem bin ich froh, aus diesem Ding endlich raus zu sein. Die ersten Momente erlebe ich nur wie in einem Film, durch die Passkontrolle und ab zum Gepäckband als ich schon im Taxi sitze. Und wie als wäre plötzlich ein Schalter umgelegt worden muss ich anfangen zu weinen und kann gar nicht mehr aufhören. Die letzten Tage in Deutschland habe ich nur noch wie in Trance wahrgenommen. Dass ich wirklich gehe gar nicht realisiert und irgendwie war ich stolz daheim nicht in Tränen ausgebrochen zu sein. Umso erschreckender ist es nun mich wie ein Häufchen Elend zu fühlen. Kaum bin ich da, will ich auch wieder zurück. Auf einmal erscheinen mir diese paar Wochen unüberwindbar und wie eine schrecklich 

lange Zeit. 
Ich erlebe diesen Tag nur noch halb und wie in einem Albtraum... es regnet, es ist kalt und diese Stadt, die ich als so strahlend in Erinnerung habe, kommt mir nur noch grau vor. Vollkommen übermüdet und mit roten Augen schlafe ich gegen 16 Uhr ein.


Mittwoch, 14. Oktober 2015 bis Freitag, 16. Oktober 2015 - Zwischen Himmel und Hölle

Die nächsten Tage sind von einem Gefühlschaos Deluxe geprägt, ich wache morgens auf und sofort überfällt mich das Heimweh, nur schwer kann ich mich beruhigen. Das Wetter ist besser und am Tag habe ich so viel zu organisieren, dass ich die Tränen für einen Augenblick vergesse. Mich zieht es an den Ort, der mir von meinen früheren Reisen in Sydney so in Erinnerung geblieben ist- Darling Habour. Es ist seltsam, wie ein Ort, den man kaum zu kennen scheint, einem so eine Ruhe geben kann. Es ist das Wiedererkennen, was es in dem Moment so leicht zu machen scheint. Dieses Gefühl, dass sich nichts seit damals verändert hat und es der Ort ist, der einem diese Kraft gibt weiter zu machen.
Es sind viele unterschiedliche Eindrücke, die ich aufnehme. Zum einen, wie das Wetter das eigene Gefühl so dermaßen verändern kann ; die unfassbar freundlichen Menschen, die einem gut zu reden. Es ist aber auch diese neue Umgebung, die man mal zu lieben und dann zu hassen scheint. Die Zeit vergeht wie im Fluge, viel zu schnell merke ich wieder die Müdigkeit und die Angst, die mich jeden Abend erneut erfasst und mich weinen lässt bis ich vor Erschöpfung einschlafe. 
Viel zu früh ist es Freitag. Es heißt Abschied nehmen von einer geliebten Person, die mich die ersten drei Tage begleitet hat. Ich will nicht, dass sie geht ; will nicht alleine sein; habe vor so vielem Angst; Angst, es nicht zu schaffen. Dann ist sie weg und ich endgültig alleine. 
Ich mache mich fertig während mir die Tränen aus den Augen kullern. Ich habe einen Termin in der Reiseagentur, eine Infoveranstaltung über Sydney, Jobs und allen anderen Kram. Ich fahre den Aufzug hoch und setze mein bestes Strahlelächeln auf. Der Raum ist voll, an die 40 Augenpaare schauen mich an. Ein Klos im Hals zu haben wäre die Untertreibung des Jahres gewesen, für dieses Gefühl. Langsam setze ich einen Schritt vor den Anderen und steuere auf eine kleine Gruppe von Menschen zu. Ich stelle mich vor und zu meiner Überraschung bekomme ich freundliche Antworten zurück. Der Tag vergeht wie im Fluge, 5 Stunden werden wir mit Informationen überladen. Doch was mir in Erinnerung bleibt ist ein Gefühl der Dazugehörigkeit. Ich verstehe mich auf Anhieb mit meiner kleinen Gruppe und bin erleichtert zu hören, dass hier wohl jeder neu ist. Einige sind zu zweit, andere sind wie ich alleine angereist und trotzdem hat man eines gemeinsam: man darf sein Leben nun alleine organisieren. Mami und Papi sind nicht mehr zur Stelle und damit beginnt ist, das große Abenteuer.


Sonntag, 18. Oktober 2015- Lebensgeschichten

An den Samstag kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, dafür aber an den Sonntag, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es ist eher ein Bild was ich vor Augen habe- zwei Mädchen und ich sitzen am Hafen und erzählen sich einander ihr Leben. Es mag komisch klingen, aber es hat den Anschein, dass wenn man der eigenen Welt mal entflohen ist, man anders lebt, leichter. Inga und Carla heißen die beiden Mädchen aus der Nähe von Stuttgart und sie sind für mich jetzt schon Freundinnen. Wir sitzen am Hafen und irgendwie fängt eine nach der anderen an zu erzählen. Es sind keine schönen Geschichten, es sind Geschichten von Schmerz, Einsamkeit und dem Gefühl nirgends reinzupassen. Ich kenne diese Geschichten, denn einige hätte ich selber erzählen können. Wir sitzen 2 Stunden da und im Nachhinein bin ich unendlich dankbar für ihre Ehrlichkeit und Offenheit. Australien als ein neues Kapitel und damit auch das lang herbei gesehnte Ende einer Zeit, die jede von uns geprägt hat.
Es ist mit das Einzigste was mir wirklich von dem Tag in Erinnerung geblieben ist, aber sie ist geprägt von einem: absoluter Ehrlichkeit und Vertrauen.
Und Vertrauen gehört vielleicht zu den wichtigsten Dingen, die einem eine solche Reise lehren soll. Vertrauen vor allem in sich selbst, aber auch in andere, vielleicht zunächst fremde Menschen.

Montag, 19. Oktober 2015 und Dienstag, 20. Oktober 2015- Organisation 

Die nächsten zwei Tage sind geprägt von Organisation. Hier ein Banktermin, dort ein Agenturtermin. Man ist so viel unterwegs, dass die Zeit an einem vorüber geht. Mittlerweile muss ich auch nicht mehr weinen, es ist verflogen. Das Gefühl alleine zu sein und es eventuell nicht zu schaffen, ist wie weg gefegt. In Deutschland sagten alle, dass man unglaublich viele Menschen bei einer Reise kennen lernt. Ich bezweifelte das schon im Voraus. Aber sie hatten Recht, man lernt unglaublich viele Menschen schon in kurzer Zeit kennen- mit den Einen versteht man sich besser, mit Anderen hat man schon nach ein paar Tagen keinen Kontakt mehr. Doch was bleibt sind die Erinnerungen und Erfahrungen.


Eine Woche voller Ups and Downs liegt hinter mir, ich bin nicht unbedingt ganz angekommen, aber ich bin auch nicht mehr eine Fremde in einer fremden Stadt. Wir fangen an uns aneinander zu gewöhnen...wie meine Story mit und in dieser Stadt weiter geht werdet ihr erfahren.

See you soon!

Becci, xxx










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