Montag, 13. Juli 2015

Thoughts: anti-social networks

Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat- alles soziale Netzwerke, angeblich. Geschaffen mit der Idee Menschen zu verbinden und zu inspirieren. Anfangs mag diese Idee gut funktioniert haben , doch mit der Zeit haben sie sich nur noch zu einem entwickelt: etwas Unsozialem . Neid, Hass, Profitgier und eine überzogene Kritik haben die Oberhand gewonnen. Von der ursprünglichen Idee ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Neid und Hass- nichts Außergewöhnliches mehr. Je größer ein Netzwerk wird, und das haben alle genannten gemeinsam, desto mehr Neid und Hass wird natürlich entstehen, ein unschöner Automatismus des Menschen. Ein schöneres Wort dürfte dafür Konkurrenz sein. Das Paradebeispiel schlecht hin dürfte Instagram sein. Es gibt Millionen von Accounts mit den verschiedensten Themen und Menschen. Neben den privaten Accounts einiger gibt es mittlerweile unendlich viele ,,Inspirationsaccoounts". Hat man erstmal sein Themengebiet gefunden , ob es nun Essen, Einrichtung oder Mode ist, hat man seinen Sektor mit seiner Konkurrenz gefunden. Ich gebe gerne ein Beispiel, wir kennen sie nämlich alle und sie werden uns tagtäglich unter die Nase gehalten: diese rosa-weißen-realitätsfernen Accounts mit ihren Blumentöpfen von IKEA. Kommt einem bekannt vor oder? Gerade in Deutschland versucht jedes zweite Mädchen so einen Account zu kreieren und die perfekte Welt darzustellen. Die Konkurrenz ist unglaublich groß und so verzweifeln einige schnell, wenn sie 1000 Follower nicht in einem Monat bekommen. Schnell ensteht daraus Neid, denn wenn jemand später mit Instagram angefangen hat und früher die 10k erreicht, stellt man die ganze Welt ja fast schon in Frage. In sich selber baut sich automatisch ein Hass gegen diese Person auf. Diese kann rein logisch nichts dafür können, aber alleine der größere Erfolg in kürzerer Zeit ist ein Grund zu neiden und zu hassen. Wie sozial soll das bitte sein?

Profitgier- Es ist nichts Neues mehr, dass man durch Netzwerke zu Kooperationen kommen kann, wenn man einigermaßen erfolgreich ist. Hat man erstmal 3 oder 4k erreicht , lässt es sich leicht eine Kooperationsanfrage schreiben. Wieso ich von schreiben rede? Weil 3/4 der gesamten Kooperationen von den Accountinhabern selber angestoßen worden sind. Logisch, denn in der Masse von gleichen Accounts muss man Eigeninitiative ergreifen. Gerade als Neuling nimmt man gut und gerne jede Kooperation an, und so reden 14-jährige Mädchen von Detoxtees oder Schokoriegel . Der eigene Account muss nicht viel mit dem Produkt zu tun haben, was zählt sind die Follower. Wen wundert es da, wenn Follower und Likes gekauft werden oder ein Account nur wegen des Profits eröffnet wird. Wobei man sagen muss, dass der eigene Profit ziemlich mager ausfällt. Man mag zwar einen Bikini oder irgendwelche Kekse bekommen, doch der eigene Zeitaufwand bspw. für die Produktion und Bearbeitung von Bildern dürfte deutlich höher ausfallen, vor allem wenn Firmen Bedingungen stellen.
Da stellt sich mir mal wieder die Frage: Wo ist die Idee dieser Netzwerke geblieben?

Überzogene Kritik- ja wir kennen sie alle. Gebe es bei Facebook oder Instagram einen ,,I don't Like Buttton" bin ich mir sicher, würde dieser zum Teil mehr Klicks erhalten als der Like Button. Hat man ein öffentliches Profil sind einige Menschen der Meinung, dass alle Bilder erstmal einer persönlichen Analyse bedürfen und negative Kritik in der härtesten und unkonstruktivesten Art und Weise geäußert werden muss. Positive Aspekte des Bildes werden natürlich nicht erwähnt, warum auch? Es ist ja etwas Positives, also nichts erwähnenswertes. Menschen werden immer meckern und lästern, diese Erfahrung durfte ich selber machen. Ich hatte ein Outfit an : langer Wasserfallmantel, High- Waist- Jeans und Crop- Pullover. Ein Outfit, das auf jedem 3. Blog zu sehen war. Ein Mädchen hatte es einen Tag vor mir an. Als ich die geshooteten Bilder nun hochgeladen habe, dauerte es nicht lange und ihre Freundinnen inklusive sie selbst, spamten meine Kommentare mit negativen Worten zu. Was mir denn einfallen würde, dieses Outfit zu tragen, ich würde das Mädchen nur nachmachen und ihr würde es besser stehen. Dafür hatte ich keine Worte mehr.. schlimm war, diese Mädchen waren ehemalige Freundinnen von mir. Ich wusste nicht ob ich Lachen oder Heulen soll, denn Kritik setzt bekanntermaßen schwer zu. Ich habe diese Mädchen geblockt, denn einen Shitstorm wegen so etwas akezptiere ich auf meinem Account nicht, vor allem wenn sie in der unkonstruktivesten und beleidigsten Art von sich gegeben wird. Am Montag kam dann ein erneuter Kommentar von einem Mädchen, dass diese Damen wohl kennen musste. Wohlgemerkt, ich kannte sie nicht und sie mich nicht. Sie forderte mich auf, endlich nicht mehr den Stil des Mädchens zu kopieren, denn es sei ja auch gar nicht mein Stil. Spätestens da musste ich dann lachen, denn ich hatte das besagte Mädchen blockiert und hatte seitdem kein einzigstes Bild von ihr gesehen oder sie im realen Leben auch nur getroffen. Trotzdem kam der Vorwurf, damit stellten sich diese Damen selbst bloß. Denn nicht nur, dass ihr Vorwurf unbegründet war, denn auch dieses Outfit ( geknotete Bluse) gab es in anderen Variationen schon seit geraumer Zeit jeden Tag in Blogs zu sehen, sondern auch das eine wildfremde Person meine mich und meinen Stil zu kennen, war lächerlich. In dem Moment begriff ich eins: es geht nicht um meinen Stil, es geht um all das was ich erreicht habe. Ich habe mir eine Community aufgebaut, habe ein erfolgreiches Abitur. All das, was sie im Moment nicht haben. Ich kann das so sagen, weil ich genau weiß, welche Knackpunkte diese Mädchen haben, denn sie haben selbst immer nach einem guten Abitur oder einer Community im Netz geträumt. Abwertende Kritik also letztendlich als Form, sich selber besser darzustellen und zu rechtfertigen mit dem Preis, jemand anderen zu verletzen. Das ist unsozial.

In diesem Sinne, überlegt was ihr postet und was ihr macht. Und nicht vergessen: Netzwerke zeigen teilweise nur eine Traumwelt, nie aber das Reale, denn das findet außerhalb von Likes, Followern und Kommentaren statt.
Schreibt mir gerne eure Gedanken in die Kommentare...:)

xxx, Becci

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